Kanu-Freestyle Trainingslager in St. Pierre de Boeuf

 

In der zweiten Osterferienwoche hieß es für einige unserer Freestyler Abfahrt Richtung Lyon. Vom  2. bis zum 07. April 2018 trafen sich Joris Bruns, Leonie Göbel, Philip Josef, Fabian Lenz, Nora Schlegel und Linus Schütte mit ihrem Trainer Holger Lenz und den Bertreuerinnen Miriam Bruns sowie Elke Lenz am Wildwasserkanal St. Pierre de Boeuf, um zu paddeln was das Zeug hält.

Zu neunt hatten wir mit Hündin Franzi unser Quartier in nächster Nähe zur Strecke in einem Ferienhaus mit Trockenraum (!) gefunden. Nachdem sich alle am Montagnachmittag größten Teils noch von der Ardèche kommend, am Haus eingefunden, die Boote abgeladen und ihr Gepäck ausgepackt hatten, war jeder froh, früh schlafen gehen zu können. Man wollte ja ausgeschlafen in die kommende, sportliche Woche starten.

Der Dienstag begann dann mit frisch getankter Energie und Motivation auf die künftigen Tage nach dem Frühstück, mit einer ausgiebigen Trainingssession. Vorteilhaft war, dass man direkt vorm Haus, über einen Teil der Rhône zum Förderband der Strecke kam. Nach vielen Loops, Cartweehls, McNasty’s und anderen Tricks hatten es die Erwachsenen durchaus schwer die paddelbegeisterte Jugend für einen Snack vom Wasser zu holen.

Wir sechs wollten nach dem Essen doch direkt wieder aufs Wasser, anstelle eine Pause zu machen.

Der Mittwoch gestaltete sich ganz ähnlich, wurde aber demokratisch zum unbeliebtesten Tag der Woche ernannt, da diesmal das südfranzösische Wetter nicht so ganz mitspielte und die Nachmittagstrainingseinheit durch ein Gewitter zwangsgestoppt worden war. So verbrachten wir den Nachmittag damit, kaputt gegangene Paddelsachen zu reparieren, Einkäufe zu planen und Videos zu schneiden. Ebenfalls wurde bereits seit Anfang der Woche kontinuierlich der Pegel der Hawaii-sûr-Rhône, einer riesigen stehenden Welle bei Lyon, ca. 60km von der Strecke entfernt, überprüft.

 

Als Highlight der Woche konnten dann Joris, Philip und Fabian mit einem der drei befreundeten Mainzer Freestyler, die wir in St. Pierre de Boeuf getroffen hatten, am Donnerstagmittag nach der morgendlichen Trainingssession, ihre Boote aufladen. Nach der rund 60-minütigen Autofahrt und ausführlichem Begutachten und Abschätzen der Welle wagten sich ein C1 und drei K1 Freestyleboote mit ihren Fahrern, unter den aufmerksamen Augen von Holger, in das monströse, drei bis vier Meter hohe, weiß aufschäumende Wasser um ihr Können in Wellentricks auszutesten. Die übrigen vergnügten sich derweil in einer Eisdiele, bevor es zum Zuschauen zurück an die Rhône ging. Durchaus ausgelastet und ausgepowert waren alle froh, wohlbehalten und unverletzt wieder am Ferienhaus zu sein. War doch manch einer länger im Schaum der Welle unerkennbar verschwunden, bevor er wieder irgendwo herausgesurft kam.

Am Freitag hieß es dann ein letztes Mal in die Boote zu klettern, da für den kommenden Tag leider auch schon die Abreise geplant war, mussten die 15 bis 16-jährigen ja am Montag wieder in die Schule. In einem kraftvollen Training setzten alle noch einmal auf ihre letzten Kraftreserven und versuchten alles aus sich heraus zu holen, um dann zufrieden in die kommende Saison an unserer Übungsstrecke starten zu können.

Ein großer Dank gilt Holger, Elke und Miriam, welche uns als Trainer-, und Betreuerteam die gesamte Woche begleiteten, berieten und tatkräftig unterstützten. Unter anderem beim Spüldienst, der öfters in bestimmten Konstellationen zu einer anstrengenden Tätigkeit wurde, hatten doch einige von uns herausgefunden, dass man mit Handtüchern so schön kämpfen kann.

 

Text: Leonie Göbel


 

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